Es gibt Jäger und es gibt Sammler. Und es gibt Menschen wie mich, die allem hinterher jagen und es dann sammeln.
Irgendwann verliert man völlig den Überblick darüber, welche Schätze sich in irgendwelchen Verzeichnissen der Festplatte noch verbergen. Es wäre ein Leichtes, die Platte zu löschen, Mac OS neu zu installieren und von vorn zu beginnen. Das wäre konsequent! Aber für Menschen wie mich hat die Industrie eine Lösung: immer größer werdende Festplatten!
Als ich das MacBook vor ziemlich genau drei Jahren gekauft hatte, war mir klar, dass ich mit 160GB Festplattenspeicher nicht besonders weit kommen würde, dass es dennoch drei Jahre gut geht, hätte ich nicht gedacht.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich meine Datensammlung seit je her auch auf zwei externe Festplatten ausgedehnt habe, so dass ich zusammen auf ein paar hundert Gigabyte kommen mag.
Vor einigen Wochen kam dann der Tag der Erkenntnis: “Softwareupdate” teilte mir mit, dass die aktuellen Updates nicht installiert werden können, da der frei Speicher meiner Festplatte nicht dazu reichen würde. Ich musste handeln!
Zunächst leerte ich den Papierkorb, was unglaubliche 1,6GB freien Platz schaffte. Anschliessend durchsuchte ich die Ordner “Downloads” und meine “zweite Ebene” für Dateien, die auf dem Schreibtisch gelandet sind, die ich aber noch nicht woanders zugeordnet habe oder mich noch nicht getraut habe, sie zu löschen. Dieser Ordner heisst bei mir “Gedöns” (und das ist auch drinnen).
Beim Aufräumen von “Gedöns” brachte ich zusätzliche 800MB freien Platz zu tage. Wer sagt’s denn.
Nichts desto trotz musste eine langfristige Lösung her: eine neue, größere Festplatte!
Ich machte mich im Netz auf die Suche nach einer geeigneten Platte: 2,5”, nicht höher als 9mm und am besten maximal 5.400 Umdrehungen in der Minute. Ich kam recht bald auf die “Hitachi Travelstar 5K750“, die alle Kriterien erfüllte und zudem von mehreren MacBook-Usern als leise und sparsam beschrieben wurde.
Ich bereitete mich schon einmal “seelisch” auf den Eingriff am offenen Herzen an meinem MacBook vor, und las einschlägige Blogs und Ratgeber (z.B. ifixit.com) im Netz.So stellte ich dann fest, dass ich mir noch einen Schraubendreher für 6er Torx-Antriebe besorgen musste, bevor es losgehen konnte.
Parallel dazu ließ ich “Time Machine” eine aktuelle Sicherung auf einer externen Platte machen, damit ich nach dem Wechsel dort weitermachen kann, wo ich vorher aufgehört habe. Ich kann mich eben von nichts trennen!
Auf los geht’s los
Der Postbote kam, ich legt los. Meine veranschlagte Zeit vom öffnen des Mac bis zum Neustart nach dem aufspielen des Time Machine Backups waren vier bis fünf Stunden, ich hatte also keine Zeit zu verlieren.
Die Montage der Hardware war ein Klacks, Apple versteht es eben, seine (teure) Hardware gut zu designen, so dass man auch ohne gebrochene und aufgeschlitzte Hände an die wesentlichen Teile herankommt. Sehr schön!
Der Wechsel dauerte effektiv ein paar Minuten. Ich startete das MacBook neu, und legte die Original Mac OS X 10.5 DVD von 2009 ein, startete das Festplattendienstprogramm von der DVD und partionierte die neue Festplatte: 500GB für Mac OS und 250 GB für meine “Mediathek” (iTunes Library, Fotos etc.).
Soweit, so gut. Als nächstes startete ich Time Machine und forderte das System dazu auf, mein Backup wiederherzustellen.
Alles lief ohne “Murren” an – ich freute mich!
Die Fortschrittsanzeige sprach von ca. zwei Stunden, ich ließ den kleinen Apple in Ruhe arbeiten.
Nach zwei Stunden dann die Ernüchterung: Der Neustart funktionierte nicht! Stattdessen sah ich auf dem Bildschirm so etwas wie das “Terminal” mit kryptischen Befehlszeilen (erinnerten mich stark an die gute alte MS DOS-Zeit) und im Vordergrund einen mehrsprachigen Hinweis, dass ich den Rechner manuell neu starten solle (“halten Sie den Power-Knopf so lange gedrückt, bis der Computer aus ist. Starten Sie dann erneut”). Ich hielt mich an die Beschreibung und kam genau wieder an diese Stelle!
Eine kurze Recherche im Netz brachte nichts erhellendes, ich hatte aber einen Verdacht: das Backup wurde mit “Lion” (10.7) gemacht, die installierte Version war “Leopard” (10.5). Ich formatierte die Platte neu, installierte “Snow Leopard” (10.6) und startete einen neuen Versuch. Nach den zwei Stunden Übertragungszeit lief der Start deutlich “flüssiger”: ich kam bis zum “Anmeldebildschirm”, der mir immerhin schon meinen eigenen Namen als Account vorgab! “Alles wird gut” dachte ich – zu früh gefreut!
Aus mir nicht erklärlichen Gründen akzeptierte Mac OS meine Zugangsdaten nicht, auch das Zurücksetzen der selbigen brachte keinen Erfolg. Ich musste also anders ans Ziel. Eine kurze Recherche ergab, dass ich auch aus dem laufenden Betrieb von Mac OS X den “Migrationsassistent” bemühen kann. Ich formatierte neu, installierte “Snow Leopard” ein zweites Mal, starte mit einem neuen Account, lud mir den Mac AppStore herunter, meldete mich mit meiner Apple-ID an und lud “Lion” herunter, installierte es und startete anschliessend den “Migrationsassistent” ein weiteres Mal. Ich startete den “Recovery”-Vorgang und ging ins Bett.
Am nächsten Morgen begrüßte mich das MacBook mit einem “Wiederherstellungskonflikt” – der sich als halb so wild herausstellte: Mac OS X wies mich darauf hin, dass einige Schriftarten doppelt seien. Mehr nicht! Es hatte also funktioniert!!!
Glücklich und zufrieden probierte ich ein paar Programme aus, alles lief und alles war an seinem gewohnten Platz. Toll!
Wenn man von dem “Versions-Problem” absieht, war das eine echte Glanzleistung. Ich kann mich dunkel daran erinnern, was ich in der Vergangenheit für Ärger hatte, wenn ich bei meinen früheren Windows-Rechnern Festplatten tauschen musste, oder gar von einem zu einem neueren Rechner wechselte: das ging immer mit Verlusten einher, dauerte mehrere Tage und funktionierte nur mit viel Sachverstand und Geduld. (Das letzte “Experiment” dieser Art hatte ich vor etwa drei Jahren, als beim neuen Dell-Notebook meiner Frau nach ein paar Tagen die Festplatte den Geist aufgab – Horror hoch drei…).
Insofern ziehe ich ein positives Fazit: Nach ein paar kleinen Problemen hat alles so funktioniert, wie ich es mir gewünscht und erhofft hatte. Der Umbau selbst und die Wiederherstellung mit Time Machine ist einfach und auch von Technik-Laien (wie mir) gut nachzuvollziehen. Nur Mut!
Damit ich dennoch länger Freude an meinen 750GB habe, bin ich zur Zeit dabei etwas aufzuräumen
So sieht’s zur Zeit aus:
Deutlich besser als vorher:
Hilfreiche Links:
- ifixit.com > Anleitung zum wechseln der Festplatte (englisch)
- Alternate.de > Onlinehändler für Computer
- Apple.de > Die Apple-Support Seiten: sehr umfangreiche Sammlung an Informationen und “How-To’s”





<– Das ist mein “iKitty” bei seinem Abgang heute Morgen.

sage und schreibe 17,19 MB durch das T-Mobile-Netz auf mein iPhone geladen worden bzw. von diesem in das besagte Netz. Das ist in der Tat nicht viel und liegt weit unter dem, was ich erwartet habe.